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Montag, 22. November 2010

PEOPLE // BON HOMME

http://www.stylemag-online.net/2010/11/22/friend-of-style-bon-homme/




























Der Dandy mit Melone versteckt unter dieser den Kopf der Band Whomadewho und nennt sich solo Bon Homme – sein ernster Blick täuscht, die selbstetikettierte Schmeichelei können wir bestätigen. Wer daran zweifelt, war sicher nicht auf dem diesjährigen Berlin Festival, wo Tomas Høffding mit seinem Soloprojekt alleine auf (!) seinem DJ-Pult den Hangar 4 rockte und das nur mit Laptop, Synthies und seiner einzigartigen Falsettstimme. Und war sicher auch nicht auf unserer Party in der Bar Tausend. Und lese deshalb dies hier:
What do you do?
I am writing loooong e-mails with my band, Whomadewho. Having a band is like a marriage, sometimes it’s great, sometimes it’s really hard work. Solo artist = easy:)
Where are you from?
Roskilde. If you have been to the legendary Roskilde Festival, you will know the temporary Scaffold Bridge over the railroad with a house underneath it. That’s where I lived in my teenage years. Free tickets to Roskilde every year since I was 13, wo hoo!
Where do you go?
I am going to my studio to rehearse my live show.
Where do you like to be most?
In my studio or in my Swedish farmer’s house. Sometime all this urban living… clubs, airports, trendy clubs can get too much, and I flee to this old red wooden house in the middle of the woods, put on some ugly clothes and I walk the woods and repair the house and feel like a true lumberjack. Trying hard not to think about music.
What do you believe in?
We are nihilists, we believe in nothing.
What do you NOT believe in (any more)?
Mixing albums on a mixing desk. I think we are right now getting to the point where the software algorithms are getting as good as the analouge stuff. Or maybe it didn’t, and I’m just too dumb to make good mixes on a desk.
What do you love?
60s / 70s hippie songs.
What do you hate?
Nickelback.
What are you reading/listening to right now?

The ringing in my ears, the sound of my hungry belly.
www.yourrecommendedwebsite.com
One day when I get a world hit I am going to bring all this on the road in a big truck:
www.analoguesystems.co.uk/index2.htm
www.bon-homme.com/

Freitag, 9. Juli 2010

PEOPLE // TAHITI

http://www.stylemag-online.net/2010/07/09/21211/
































Zwei beste Freundinnen, beide studiert, beide kreativ, beide im Modebusiness. Peggy ist die gute Fee der Style and the Family Tunes Redaktion, betreut das Beauty Department und ist die persönliche Assistentin der Chefredaktion. Friederike arbeitet für DIE ZEIT, Levi’s und Elle in New York. Persönlich greift jedoch auch das Prinzip der sich anziehenden Gegensätze und deshalb verwundert es nicht, das die beiden ein bittersweetes DJ-Team sind: Romantic Techno, Disco, 70s und Pop – perfekt gemischt a la Tahiti. Mit diesem Namen haben sich die beiden Girls vom Picknick bis zu Clubs in München, Fashion-Events und Releaseparties, zum Beispiel in unserem Project Room, bekannt gemixt. Mehr sexy und cool geht nicht an den Plattentellern.
Was machst du?
P. Gerade suche ich Moods für eine Beauty Strecke, Models checken, Musik hören
F. Ausstattung/Events/Trendscouting für Levi’s, Texte/Interviews/Recherchen für’s ZEITmagazin & für ZEIT ONLINE, DJ-ing mit Peggy, Studium an der Humboldt-Universität
Woher kommst du?
P. Gypsy durch und durch!
F. Vom Land
Wohin gehst du?
P. Straight to New York
F. Nach New York für 3 Monate zur ELLE
Wo bist du am liebsten?
P. Auf dem Sonnendeck, am Meer, bei Topshop, bei meiner Familie & meinen engsten Freunden
F. In Berlin, im Wasser, bei Pferden, auf Reisen, im Club, in der Natur, in guten Restaurants, in meinen Träumen
Woran glaubst du?
P. An meinen Kleiderschrank
F. An Naturgesetze
Woran glaubst du nicht (mehr)?
P. Das auch am Wochenende die Sonne so scheint wie in der Woche, dass ich eines Tages Millionärin bin
F. Dass alles so bleibt, wie es ist
Was liebst du (an deiner Arbeit)?
P. Ich liebe die Abwechslung, an einem Tag rennt man von der Apotheke zum Schuster und in die Reinigung und an dem anderen Tag organisiert man Fashion Shoots und Events, lernt spannende Menschen kennen und kann kreativ sein. Meine Kollegen sind auch in Ordnung!
F. Dass es nie langweilig wird, meine Kollegen, den Austausch, meine Freiheiten, interessante Menschen, neue Herausforderungen
Was hasst du (an deiner Arbeit)?
P. Wenn morgens der Kaffee alle ist, keine frischen Handtücher aufm Klo und Besserwisser
F. Warten
Was liest /hörst du gerade?
P. Twillight, Breaking Dawn, Stereophonics
F. Richard David Precht, DIE ZEIT, Gazebo, Warpaint
www.empfehlung.de(ine)
P. www.der-gnadenhof.de
F. www.red-tab.com
www.zeit.de/zeit-magazin/index

Mittwoch, 19. Mai 2010

MUSIC // DARWIN DEEZ

http://www.stylemag-online.net/2010/05/19/darwin-deez-darwin-deez/

Die liebevolle Einleitung mit 'twinkle, twinkle, little star' täuscht seichten Mädchenpop vor – diesem Versprechen wird Darwin Deez auf seinem gleichnamigen Debutalbum aber nur eingeschränkt gerecht. 
Zwar mutet der eingängig schlichte, melodische Sound der Amerikaner mit zart gezupften Gitarrensaiten und clap-your-hands ein bisschen an wie The Strokes in soft, mit dem skandinavischem Charme von The Whitest Boy Alive, doch sind die Songs viel edgier statt plätschernd lethargisch. Mal ironisch, mal ehrlich emotional scheucht Deez seine Stimme in Höhen und Tiefen, statt sich monotonem Liedgesang hinzugeben. Vor allem Deez’ lyrische Reime treffen alltägliche Liebesleiden auf den Punkt, verzweifelt wie in 'The Bomb Song' ('say you love me now') oder drastisch, wie in 'Deep Sea Divers', wenn das Ende einer Beziehung mit Ertrinken und dem Refrain 'you bringin me down' schmerzvoll beschrieben wird. Bei dieser wunderschönen Stimme lässt sich schnell vergessen, dass der hübsche Deez aussieht wie ein Protest-Nerd, der seine Korkenzieher-Minipli-Frisur eigenwillig mit einem Stirnband drapiert und während seiner Live-Performances crazy Tanzeinlagen zu The Bangles und Beyoncé liefert. Egal, Mädchen werden ihn und sein entzückendes Konsens - Popalbum umso mehr lieben!

Mittwoch, 21. April 2010

MUSIC // WE HAVE BAND

http://www.stylemag-online.net/2010/04/21/17760/
























We Have Band – diese freudige Feststellung wurde für drei Londoner zum Konzept: so nannten sie ihre spontane Formation, bevor ihr erster Song mit dem gleichen Titel entstand und so nannten sie auch ihr erstes Album. Eingängig präsentieren sich auch die Tracks, die man allesamt nicht aus dem Ohr bekommt. Tatsächlich schaffte es einmal mehr ein DIY-Projekt ohne Label zunächst auf die internationalen virtuellen Bühnen und, dank unermüdlichen Tourens, auch auf die realen. Eine breite Fanbase brachte den ersten Song schließlich auf eine Kitsuné Maison Compilation, als Produzent fand sich Gareth Jones (Grizzly Bear, Depeche Mode, These New Puritans) und das Märchen von den drei Freunden, die an einem Abend aus Spaß Musik machten, begann. Entstanden ist ein sehr rundes aber nicht überproduziertes Elektro-Pop-Album. In dem ganz eigenen Stilmix lassen sich dennoch Referenzen an die verschiedenen Einflüsse der drei erkennen: ein bisschen was von ESG, Animal Collective, The Rapture und Hot Chip. Zum Synthiesound mischen sich melodische Piano-Akkorde, minimale Gitarren-Riffs, die an The Doors und Velvet Underground erinnern aber auch maximale, darke Bass-Lines und drei tolle Stimmen. Die Songs sind mal melodisch mädchenmäßig, mal heavy, mal Disco und mal New Wave, klingen organisch und komplex. Und irgendwie immer gut! Lieblingstracks: 'Oh!' zum Tanzen und das sehr niedliche 'You Came Out' mit DeDes Gesang zum Mitsingen. Ihr habt wirklich Band – und alles richtig gemacht!
www.myspace.com/wehaveband
www.wehaveband.com

Dienstag, 13. April 2010

PEOPLE // OKAY&OKAY

http://www.stylemag-online.net/2010/04/13/friends-of-style-okay-okay/






























Es ist ziemlich okay, einen guten Musikgeschmack zu haben. Mehr als okay ist es, diesen der Masse zu servieren. Und es sind Okay&Okay, die die Berliner Tellerfabrik bereichern: Nadine Schrader und Sarah Beckhoff aka Okay&Okay trafen sich damals an der UdK. Seit 2007 legen sie zusammen auf und produzieren mittlerweile auch Videos.
Ihre liebevollen Sets aus Synthiesound, gesampelten 1980s-TV-themes und Clubhits werden beim inspirativen Spaghetti-Essen um Italo-Disco-Hits ergänzt. Leider gibt’s ihr zu Hause, in dem sie groß geworden sind, nicht mehr aber die Nestflüchterinnen wurden auch jenseits des Scala (R.I.P.) gefeiert, zum Beispiel im Picknick, im Broken Hearts Club, auf dem Berlin Festival und dem Melt! Mehr als okay!
Was machst du?
Disco & Video
Woher kommst du?
From Outer Space
Wohin gehst du?
Ans Meer
Wo bist du am liebsten?
Auf dem Dancefloor und Zuhause
Woran glaubst du?
An die Boys in der Hood
Woran glaubst du nicht (mehr)?
Grunge
Was liebst du (an deiner Arbeit)?
Wenn die Crowd mit uns ist
Was hasst du (an deiner Arbeit)?
Die frühen Morgenstunden
Was liest/hörst du gerade?
'History of Italo Disco 1979-83' von Fabrizio Mattar
'Schön und berühmt in 30 Tagen' von Cindy Star
'Hanni und Nanni & das Discotier' (Autor unbekannt)
www.empfehlung.de(ine)?
www.myspace.com/okayandokay
www.facebook.com/okayandokay
und sonst:
http://www.nasa.gov/
http://www.bvg.de/

Montag, 12. April 2010

MUSIC // FRED RAPID IM AUTOCENTER

http://www.stylemag-online.net/2010/04/12/fred-rapid-im-autocenter/







































































Ein halbnackter Schmalhans in buntgeringelter Unterhose brachte am Freitag mit Aussagen wie 'Ich trink Coca-Cola' einen Schwarm von Paradiesvögeln zum Tanzen: Fred Rapid feierte am Wochenende den konzeptuellen Release seines konzeptionellen Albums 'Glassworks' in der Galerie Autocenter. Mit der Begründung 'Ohne Vorstellung ist alles nichts, auch wenn nicht alles Vorstellung ist' bat Fred zur Bebilderung seiner Vertonung 29 junge Künstler und Künstlerinnen, ihren Lieblingshit des Albums zu interpretieren und zu gestalten. Heraus kam ein einzigartiger Kunstkatalog, eine Ausstellung mit Lifeperformance und, so der Kunstbuchverlag, ein 'State of the Art der disparaten jungen Kunst'. Unter den Werken hing zum Beispiel ein verschwommenes Stillleben von Alicja Kwade, eine Fotoarbeit mit Maskierten im Schnee von Malwine Rafalski und ein Einfall Gregor Hildebrandts zum Lied 'Marlboro'. Zu seinen anachronistischen, experimentellen Elektroklängen ließ Fred Rapid gesetzmäßig klingenden Sprechgesang ab und erreichte damit ein lässiges, aber begeistertes Publikum. Den ernsten Anspruch merkte man ihm an seinem beeindruckend konzentrierten Umgang mit der Yamaha Groovebox trotz aller Heiterkeit an. Auf seinem Album verzichtete er auf nachträgliche Special Effects und Schnickschnack, alle Instrumente und auch alle Stücke wurden live eingespielt. Wenn Alben mit Konzepten zu solch gelungenen Konzerten führen, wünschte man sich mehr Konzeptalben.
www.strzelecki-books.com
www.autocenterart.de
fredrapid.net

Montag, 15. März 2010

MUSIC // ARCHIE BRONSON OUTFIT

http://www.stylemag-online.net/2010/03/15/archie-bronson-outfit-coconut/























Das dritte Album 'Coconut' der Briten Archie Bronson Outfit könnte soundtechnisch auch aus Seattle stammen, wäre da nicht die eindeutige 'Received Pronunciation' in Sam Windetts Gesang. Der Aufmacher 'Magnetic Warrior' klingt viel versprechend, mit ordentlichem Gitarrengeschrammel und Drumbeats, die den Verstärker an die Grenzen treiben. Überhaupt glänzen auch die zwei nächsten Songs 'Shark Tooth' und 'Hoola' mit hübschen, melodischen Hooklines. Einzig schade ist das Übermaß an Vocoder-Verzerrung, das Sams Falsettstimme einen zu synthetischen Klang verleiht, Feinohrhasen würden von zu viel 'Gießkanne' in der Kopfstimme sprechen. Zu dem Saitenlärm und den Speeddrums gesellt sich zwischendurch nettes Keybordgeorgel. Während die ruhigeren Stücke, wie z.B. 'Hunt you down' angenehm sphärisch verhallen, überlappen sich bei den schnellen Stücken die einzelnen Sequenzen und Klangfarben fast bis zum Kopfschmerz. Dazu mischen sich zwischendurch punkige Dreiklänge und der letzte Track 'Run Gospel Singer' – wie auch immer dieser Titel zu verstehen ist – klingt fast nach folkigem Sixties-Sound. Ein energievolles, experimentell-exotisches Album, das sich nach leidenschaftlich entstandenen Aufnahmen anhört und sicher seine Fans findet, spätestens beim nächsten Live-Akt.
archiebronsonoutfit.net

Freitag, 5. März 2010

PEOPLE // BONNIE

http://www.stylemag-online.net/2010/03/05/friend-of-style-bonnie/











































Vom Hamburger Golden Pudel Club zum Scala und 103 Club in Berlin und jetzt auf unserer Redaktions-Couch – Aleksandra aka Bonnie, DJ und Gründerin von In Love With, ist glücklicherweise gerade in Liebe mit unserer Bürogemeinschaft und wir mit ihr. Nachdem sie Bookings und Promotion für Ed Banger, Modular, DFA, Gomma Records u.a. gemacht hat, gründete sie ihre eigene Künstleragentur und vertritt – getreu ihrem Agentur-Claim – die Künstler, die sie liebt. Zum Beispiel den Actionpainting Club, Blessing, Christian Naujoks, Paris Suit Yourself, die Small Town Girls und viele mehr. Also alles 'very different styles, from disco to Detroit to house to pop and rock and punk', wie sie sagt. Ganz so offen und herzig wie man sie auch hier jetzt kennen lernt. Und manchmal etwas unentschlossen, auch was ihre Antworten auf unsere Fragen betrifft – das mit dem Ghetto haben wir wieder rausgenommen, keine Sorge…
Was machst du?
Musik, Events, Partys, Management, Booking…
Woher kommst du?
Aufgewachsen bin ich in Hamburg. Geboren bin ich in Zielona Gora in Polen. Zielona Gora ist näher an Berlin dran als Hamburg, und ich habe mir vorgenommen, wieder öfters hinzufahren und den Kontakt zu meiner Familie zu pflegen. Ich habe schon einen Stammbaum angelegt bei so einem Onlineportal und suche nach Ur-Ur-Opas und Omas. Und ich suche auch noch nach meinen Sandkastenfreund Maciej Blazejewski. Finde den aber nicht bei facebook. Als ich neulich dachte, dass er das wäre, kam heraus, dass ich einen 16-jährigen Jungen gleichen Namens irgendwo in Kanada dran hatte…
Wohin gehst du?
Wenn ich alt bin, wandere ich nach Spanien aus und kaufe mir ein Haus mit Swimmingpool und großer Sonnenterasse
Wo bist du am liebsten?
Auf der Nordseeinsel Spiekeroog auf dem Zeltplatz. Es ist Natur und Erholung. Auf dem Zeltplatz gibt es einen Bioladen, die Frauen duschen alle mit Dr. Hauschka und haben Haare auf den Beinen.
Woran glaubst du?
An die Werte Liebe, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Menschlichkeit.
Woran glaubst du nicht (mehr)?
an Madonna
Was liebst du (an deiner Arbeit)?
Kreativität
Was hasst du (an deiner Arbeit)?
Nichts
Was liest/hörst du gerade?
Buch: 'Just Kids' von Patti Smith, Platten 1-5: Larry Levan 'Final Night' (Live Recording of Larry Levan at the Paradise Garage the last weekend when it’s opening Sept 25-28, 1987)
www.empfehlung.de(ine)?
www.inlovewith.net
http://www.dial-rec.de/
http://lousylivin.wordpress.com/
http://www.thebrokenheartsclubberlin.com/
Foto>Lisa Wassmann

Mittwoch, 20. Januar 2010

MUSIC // GET WELL SOON

http://www.stylemag-online.net/2010/01/20/get-well-soon-vexations/






























Das namentliche Versprechen hinter Konstantin Gropper alias Get Well Soon bleibt auch auf seinem zweiten Album 'Vexations' eine eher unerfüllte Prophezeiung, keine baldige Genesung in Aussicht! Dafür verrät der Albumtitel schon mehr: Qual, Ärger, ein Ausdruck für 'die menschliche Reibung an der Welt' und eine Widmung an den Stoizismus, randvoll mit philosophischem Output. Um aber die Finger von der interpretationsträchtigen Namensgebung zu lassen, zur Musik: Gropper klingt also nicht erkältet aber wunderschön weltschmerzlich und sonor, symphonisch begleitet von opulenten Blasinstrumenten und einem feierlich marschierendem Orchester. Zwischen Melancholie in Reinform, wie in 'That Love' und 'We are the Roman Empire' mischt sich aber auch leichtfüßigerer, fröhlicherer Sound, wie 'Seneca’s Silence' und 'Angry Young Man'. Ähnlich wie Radiohead, Nick Cave oder Rufus Wainwright ist Gropper zwar theatralisch aber niemals pathetisch oder kitschig. 'Vaxation' ist ein dickes Pflaster auf einer Wunde, Katharsis und Trost und dann wird es vielleicht doch bald wieder besser sein…
www.youwillgetwellsoon.com
www.universal-music.de

Freitag, 4. Dezember 2009

PEOPLE // KNIXX

http://www.stylemag-online.net/2009/12/04/friend-of-style-knixx/







































Er hat bereits seine eigenen Groupies, die sich, in Schale geworfen oder manchmal als Pussicats maskiert, vor seiner Bühne drapieren und bei seinen Auftritten ausrasten. kniXX ist ein bisschen wie der elektronische Jim Morrison des 21. Jahrhunderts, Underdog und Rampensau gleichzeitig. Seine einzigartige Mischung aus Gesang, Hip-Hop, Beatboxing, Bewegung und Tanz-Performance schüttelt Berlin – und dank seiner Bewaffnung mit Megafon kriegen das jetzt auch die anderen Spots im Land mit.
Was machst du?
Singen, Songwriten, Elektro Pop Misch-Masch
Woher kommst du?
Bärlin
Wohin gehst du?
Ich bleib erst mal hier!
Wo bist du am liebsten?
Hm, das ist relativ. Bei schlechter Laune: Irgendwo schön isoliert (z.B. norwegischer
Fjord, balearische Splitterinsel). Dort muss ich mir keine Gedanken um Affekthandlungen machen. Bei guter Laune freue ich mich gerne hemmungslos. Hierfür gut: Sportturniere oder Themenparks… oder vielleicht doch umgekehrt?
Woran glaubst du?
The Power of Love
Woran glaubst du nicht (mehr)?
Superkräfte (noch nicht mal nach einem Atomunfall, ganz sicher)
Was liebst du (an deiner Arbeit)?
The Power of Love!
Was hasst du (an deiner Arbeit)?
Hassen – so ein starkes Wort… aber: minimalistisch-monotones antikreatives Datengeschnippel und -herausrechnen, das nervt!
Was liest/hörst du gerade?
Ich lese auffällig viel Spiegel.de… und auffällig selten Bücher
Hudson Mohawke hab ich gerade für mich zum Hören entdeckt!
www.empfehlung.de(ine)?
www.myspace.com/knixxizknixx (mein Solokrams),
www.myspace.com/comixxxandknixx (mein neues Clubprojekt!),
www.xxxxxmusic.com (unser Blog)
www.stuffonmycat.com (Katzen auf denen Zeug liegt)
Bildcredit>C.Neuhaus

Mittwoch, 25. November 2009

MUSIC // ROYAL BANGS


http://www.stylemag-online.net/2009/11/25/royal-bangs-let-it-beep/
Schon wieder steht in diesem November eine Band aus den Südstaaten auf dem Plan. Mindestens genauso laut, wenn nicht lauter als The Dead Weather, aber nicht ansatzweise so blue, präsentieren die Royal Bangs aus Knoxville Tennessee ihr zweites Album 'Let It Beep'. Piepen ist hier höflich untertrieben, die sympathisch uncoolen Jungs um den bärtigen Frontmann Ryan Schaefer liefern melodisch-fröhlichen Turbo-Indie-Punk mit verschwenderisch generösem Instrumentensound. Flipper-Speed-Georgel wird von dumpfen Beats abgelöst und mit hymnischen Refrains des Männerchors gemischt. Was dem einen Freud, ist dem anderen Leid. Hier gibt es kein 'okay' oder 'ganz gut', entweder ist man nach dem ersten Song bereits total genervt oder totally hooked on! Jedenfalls ist das Gesamtwerk so intensiv, dass man den Live-Gig beim Hören zu erleben meint. Das Konzert am 30. November im Westgermany in Berlin sollte sich lohnen!

Mittwoch, 4. November 2009

MUSIC // THE DEAD WEATHER LIVE

http://www.stylemag-online.net/2009/11/04/the-dead-weather/






























Passend zur Witterung in Berlin spielten Montag Abend The Dead Weather im Astra, das merkliche Schwierigkeiten mit dem Ansturm hatte. Nach einer gefühlten halben Stunde Geschubse vor der Theke, ging das Gedrängel mit Bier in der Hand im Saal weiter. Spielte in dieser Zeit eine Vorband? Zu spät. Die neue Supergroup formiert eine begnadet düstere Allianz aus altbekannten Professionals: Alison Mosshart von The Kills (Gesang und Gitarre) und Jack White von den White Stripes (Gesang und Schlagzeug), Jack Lawrence von den Raconteurs am Bass und Dean Fertita von Queens Of The Stone Age an Gitarre und Keyboard präsentierten ihr Debut 'Horehound' – ein dreckig-diabolisches Blues-Rock-Gemisch mit melancholischen, lauten Gitarrenriffs, übersteuerten Vocodern und Rückkoppelungen, dem man die Wurzeln in Nashville Tennessee anzuhören scheint. Katzenartig, wie ein bedrohliches Tier im Käfig, schlich Alison Mosshart am Bühnenrand auf und ab, blickte dem hypnotisierten Publikum tief in die Augen, um anschließend kräftig zu randalieren. In einem T-shirt-Fetzen, ihren goldenen Dior-Stiefeln (von denen sie angeblich fünf Paar besitzt) und mit einer rechteckigen Gitarre bestückt, rastete sie vom ersten Moment an richtig aus, warf sich vor und zurück, flüsterte, schrie und fauchte 'Treat me like your Mother', 'Once I had a Pony, her name was Lucifer' oder 'I built a House for your Bones'. Nachdem ich freundlich zurechtgewiesen wurde: 'Überraschenderweise is hier Rachverbot, machste die jetz aus, ja?', fing Mosshart gerade an, ihre Schachtel leer zu Rauchen. Zwischendurch noch ein Schluck aus dem Weinglas, und das dann auf die Bühne oder abfällig auf die ankommenden Crowdsurfer gerotzt. Das Publikum feierte die rotzige Attitüde frenetisch und hechelte nach mehr. Es war zu erwarten, dass sich Alison Mosshart nicht nur von The Kills verbrauchen lässt, im Duett mit White zieht dieser aber gegen Jamie Hince den Kürzeren. Sichtlich berauscht und verausgabt verließ die Band das begeisterte Publikum nach einer Zugabe.
www.thedeadweather.com

Freitag, 23. Oktober 2009

MUSIC // SONIC YOUTH LIVE

http://www.stylemag-online.net/2009/10/23/sonic-youth-noise/



































Laut, lauter, Sonic Youth! Das Konzert in der Columbiahalle war ausverkauft und bis unter die Decke voll gestopft. Allerdings mit entspanntem Publikum – so hatten auch drängelnde Zuspätkommer eine Chance auf die zweite Reihe, ganz vorne, zu den Füßen der legendärsten, avantgardistischen Rockband. Das bedeutet nun auch Taubheit für den Rest der Woche, die man aber gerne in Kauf nimmt.
Mit 'No Way' enterten Sonic Youth die Bühne und entfachten ein psychedelisches Klanginferno. Extrem laute Gitarrenriffs und schrille Rückkoppelungen bestimmten den experimentellen, plastischen Sound. Dazu hauchten und heizten Thurston Moore, Kim Gordon und Lee Ranaldo ihre expressiven Vocals durch alle Tonlagen. Dass die Bandmitglieder mittlerweile über 50 sein sollen, muss ein Gerücht sein! Die sehen höchstens aus wie knappe 40, rocken alle 30jährigen an die Wand und sind much more sexy than all the 20s! Besonders Kim Gordon, in ärmellosem Silberkleidchen, konnte man nur ehrfürchtig anstarren. Statt des Outfits wechselte sie fast alle drei Songs ihre Gitarre, und Madonna könnte sich nicht nur an ihren Oberarmen ein Beispiel nehmen.
Die Band spielte fast ihr komplettes neues Album 'The Eternal', dazwischen Songs aus den 1980ern, sparte sich aber (leider) die 1990er. Ein cooles Set plus kunstvoller Inszenierung mit leuchtenden Paintings, die aussahen, wie ausgebrannte Körper auf Bettlaken. Illuminiert in Purpur, Violett und Yves-Klein-Blau (passend zu 'Sacred Trickster') bewegte sich das Publikum vor der Bühne zu Songs wie 'Calming the Snake', 'Silver Rocket', 'Massage the History', 'Shadow of a Doubt' und 'Tom Violent' hypnotisch bis tranceartig. 'Antenna' und 'Cross the Breeze' brachten alle Körper zu epileptisch-hektischen Ausfällen.
Nach 100 Minuten wurde die zweite Zugabe schließlich mit einer fulminanten 'Death Valley '69'-Version gekrönt, und die Gitarre quietschend, dröhnend am Verstärker gekreuzigt. Doch das lauteste Publikum, das die Columbiahalle je gehört hatte, wollte das Ende nicht wahr haben. Auch eine viertel Stunde später gab es noch kreischenden Support, als die hell erleuchtete Bühne längst von der Technik geräumt wurde.
Unter Sonic Youth Nerds und Musikredakteuren wurde heute gemäkelt, das Konzert sei gut gewesen aber es hätte bessere gegeben – die gestellten Erwartungen an eine Band mit einer 30jährigen Geschichte experimenteller Rebellion, Konzerten und Festivals sind sicher sehr hoch und der Bühnenverwüstung nach oben keine Grenzen gesetzt. Trotzdem: Wer an gestern Abend etwas auszusetzen hat (außer dem intonationstechnisch defekten Supportact) hat es einfach nicht verstanden oder will nur mit seiner exklusiven Konzert-Vita angeben!
www.sonicyouth.com
www.matadorrecords.com