Freitag, 5. März 2010

PEOPLE // BONNIE

http://www.stylemag-online.net/2010/03/05/friend-of-style-bonnie/











































Vom Hamburger Golden Pudel Club zum Scala und 103 Club in Berlin und jetzt auf unserer Redaktions-Couch – Aleksandra aka Bonnie, DJ und Gründerin von In Love With, ist glücklicherweise gerade in Liebe mit unserer Bürogemeinschaft und wir mit ihr. Nachdem sie Bookings und Promotion für Ed Banger, Modular, DFA, Gomma Records u.a. gemacht hat, gründete sie ihre eigene Künstleragentur und vertritt – getreu ihrem Agentur-Claim – die Künstler, die sie liebt. Zum Beispiel den Actionpainting Club, Blessing, Christian Naujoks, Paris Suit Yourself, die Small Town Girls und viele mehr. Also alles 'very different styles, from disco to Detroit to house to pop and rock and punk', wie sie sagt. Ganz so offen und herzig wie man sie auch hier jetzt kennen lernt. Und manchmal etwas unentschlossen, auch was ihre Antworten auf unsere Fragen betrifft – das mit dem Ghetto haben wir wieder rausgenommen, keine Sorge…
Was machst du?
Musik, Events, Partys, Management, Booking…
Woher kommst du?
Aufgewachsen bin ich in Hamburg. Geboren bin ich in Zielona Gora in Polen. Zielona Gora ist näher an Berlin dran als Hamburg, und ich habe mir vorgenommen, wieder öfters hinzufahren und den Kontakt zu meiner Familie zu pflegen. Ich habe schon einen Stammbaum angelegt bei so einem Onlineportal und suche nach Ur-Ur-Opas und Omas. Und ich suche auch noch nach meinen Sandkastenfreund Maciej Blazejewski. Finde den aber nicht bei facebook. Als ich neulich dachte, dass er das wäre, kam heraus, dass ich einen 16-jährigen Jungen gleichen Namens irgendwo in Kanada dran hatte…
Wohin gehst du?
Wenn ich alt bin, wandere ich nach Spanien aus und kaufe mir ein Haus mit Swimmingpool und großer Sonnenterasse
Wo bist du am liebsten?
Auf der Nordseeinsel Spiekeroog auf dem Zeltplatz. Es ist Natur und Erholung. Auf dem Zeltplatz gibt es einen Bioladen, die Frauen duschen alle mit Dr. Hauschka und haben Haare auf den Beinen.
Woran glaubst du?
An die Werte Liebe, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Menschlichkeit.
Woran glaubst du nicht (mehr)?
an Madonna
Was liebst du (an deiner Arbeit)?
Kreativität
Was hasst du (an deiner Arbeit)?
Nichts
Was liest/hörst du gerade?
Buch: 'Just Kids' von Patti Smith, Platten 1-5: Larry Levan 'Final Night' (Live Recording of Larry Levan at the Paradise Garage the last weekend when it’s opening Sept 25-28, 1987)
www.empfehlung.de(ine)?
www.inlovewith.net
http://www.dial-rec.de/
http://lousylivin.wordpress.com/
http://www.thebrokenheartsclubberlin.com/
Foto>Lisa Wassmann

Donnerstag, 4. März 2010

FILM // MÄNNER DIE AUF ZIEGEN STARREN

http://www.stylemag-online.net/2010/03/04/manner-die-auf-ziegen-starren/


























Kann sich noch jemand an das tolle Video von Fatboy Slim zu 'Praise You' erinnern? Menschen, die eurythmisch und ihren Körper in Extase tanzen. Eine ähnliche Szene findet sich in Grant Heslovs Kinoregiedebut 'Männer die auf Ziegen starren'. Aber keine verrückte Performancegruppe in Nickipullis, sondern Jeff Bridges, George Clooney und Kevin Spacey hüpfen ausgelassen, in Army-Uniform und mit Blumen in der Hand zum Titelsong 'More than a Feeling' von Boston. Die scheinbar aberwitzige Story mit ihrem unverheißungsvollen, noch aberwitzigeren Titel beginnt mit dem Nasenbeinbruch eines Lieutenants, nach seinem Versuch durch eine Wand zu gehen.
Auf den Spuren einer parapsychologischen Einheit der amerikanischen Regierung begegnet der Kleinstadtreporter Bob Wilton (Ewan McGregor) dem angeblich Besten dieser Jedi-Krieger, Lyn Cassady (George Clooney) und folgt ihm auf eine Mission in die irakische Wüste. Denn 'Lyns Geschichte war unglaublich, verrückt und absolut wahr.'
Lyn erzählt, wie er in die Spezialeinheit, der 'New Earth Army' gekommen ist und was er unter Anführer und Ober-Guru Bill Django (Jeff Bridges) alles gelernt hat: Hellsehen, durch Wände gehen, Wolken sprengen und Ziegen töten – durch Anstarren. 'Ihr werdet eine Psychowaffe sein!', versprach Bill und verschwand eines Tages spurlos.
Auf der Suche nach ihm landen Bob und Lyn in einem Wüstencamp für nicht mehr nur para-, sondern psychologische Kriegsführung. Unter der Leitung des damals abspenstigen Verräters Larry Hooper (Kevin Spacey) werden Gefangene mit Blitzlicht und lauter Kinderlied-Beschallung gefoltert, und auch ein Ziegenstall befindet sich auf dem Gelände – Lyns Vergangenheit holt ihn ein, der Alptraum von der getöteten Ziege muss ein Ende haben. Nachdem Bob und Bill LSD in das Trinkwasser mischen, wird in einem Showdown schließlich alles wieder gut, Ziegen und Gefangene werden befreit.
Regisseur Heslov gelingt eine großartige Persiflage auf nahezu alle esoterischen und paranormalen Methoden und Klischees, nicht zuletzt dank der absoluten Starbesetzung in absurden 'Anti-Rollen'. Wer wollte nicht einmal George Clooney in Bademantel und Adiletten, mit Ziege auf dem Arm und Tränen in den Augen, Kevin Spacey auf LSD und Jeff Bridges als Yoga-Guru sehen? Und Ewan McGregor guckt zunächst genauso irritiert wie die Zuschauer des Films.
Doch wie zu Beginn des Films angedeutet wird, ist doch nicht alles so unglaublich, wie es scheint. 'Männer die auf Ziegen starren' basiert auf einem Sachbuch über jahrelange, geheime Anstrengungen der US-Army zur Ausbildung einer Einheit von 'New Age Kriegern' mit übersinnlichen Kampfmethoden. Und vielleicht ist der lange Witz mit seinem schallenden Nachhall am Ende doch ein bisschen ernst, und vielleicht schafft es Ewan McGregor am Ende doch durch die Wand?
www.ziegen.kinowelt.de

Freitag, 19. Februar 2010

FILM // I'M HERE

http://www.stylemag-online.net/2010/02/19/berlinale-„i’m-here“/
























Eine der beliebtesten Metaphern für die Trostlosigkeit und Melancholie des Alltags ist der Blick aus dem Fenster, eines fahrenden Busses zum Beispiel. Doch anders als in unserer Welt sitzt in Spike Jonzes Kurzfilm 'I’m Here – A Lovestory in an Absolut World' ein Roboter dort – mit einem Kopf wie der Rechner eines alten PCs – und guckt aus großen blauen Augen traurig auf die vorbeirauschenden Straßenszenen.
Der Roboter Sheldon (Andrew Garfield) leidet unter der Einsamkeit, der Leere seiner Wohnung und seines Alltags, bis er die Roboter-Frau Francesca (Sienna Guillory) trifft. Sie nimmt den schüchternen Sheldon mit auf eine Party, überrumpelt ihn mit ihrer Extrovertiertheit. Er lässt sich mitreißen, verliebt sich und seine Welt scheint wieder in Ordnung. Francesca ignoriert die Unterschiede zwischen Robotern und Menschen in dieser Welt und boykottiert ihre technische, körperliche Beschaffenheit.
Übermütig stürzt sie sich in die pogende Menge auf einem Konzert und verliert dabei ihren Unterarm. Sheldon findet nur noch die zertretenen Teile des abgerissenen Gliedmaßes, zögert keine Sekunde und schraubt ihr seinen eigenen Arm an. Leider passieren der wilden Roboter-Frau öfter solche Missgeschicke bis schließlich nicht mehr viel von ihr übrig ist.
Nach seiner Vision 'Ordinary Is No Place to Be' kreierte Jonze ein 30-minütiges, anrührendes Märchen vom Ausbruch aus Routine und Zweiklassengesellschaft und vom Verlangen nach Lebensinhalt und Liebe. Die äußerlich maschinellen Protagonisten wirken eindrucksvoll humanoid, deshalb drängt sich nur eine Frage auf: Warum gibt es in dieser Welt kein Werkstatt-Krankenhaus mit Ersatzteillager, in denen die armen Roboter wieder zusammengeflickt werden können?
'I’m Here – A Lovestory in an Absolut World', Spike Jonze, USA 2010, Englisch
www.imheremovie.com/
www.berlinale.de

Freitag, 12. Februar 2010

FILM // DIE ZWEI LEBEN DES DANIEL SHORE

http://www.stylemag-online.net/2010/02/12/die-zwei-leben-des-daniel-shore/



























Langsame Kameraführung über eine mediterrane Terrasse in dämmrig gelb-blauem Licht, symmetrisch angeordnete Blumenkübel, ein Pool. Der näher kommende Ton wird mehrstimmig und dröhnend. Die Kamera stoppt über einem kleinen Jungen, der ausgestreckt auf den Fliesen liegt, mit dem dunklen Schopf in einer Blutlache.
Michael Drehers Filmdebut 'Die zwei Leben des Daniel Shore' beginnt mit einer unbehaglichen Grundstimmung. Der Amerikaner Daniel Shore (Nikolai Kinski), gerade aus Marokko zurück, bezieht in Deutschland die Wohnung seiner verstorbenen Großmutter in ihrem Mehrfamilienhaus. Die Handlungsstränge laufen achronologisch parallel. In die Gegenwart der Stuttgarter Kleinbürgerei mischen sich die Bilder aus Daniels vergangenem Urlaub in Nordafrika. So undurchsichtig wie Daniels Bekanntschaften in Marokko - ein 'Schieber', der ihm sein Appartement leiht, eine Geliebte, die scheinbar in Schwierigkeiten steckt - so gespenstisch wirken auch seine neuen Nachbarn in dem Haus der Oma. Die Haushälterin Kowalski (Judith Engel) fühlt sich von dem neuen Mitbewohner bedroht, die Sängerin Elli von nebenan (Katharina Schüttler) drängt sich auf, der Bankangestellte Feige (Matthias Matschke) scheint ein Geheimnis zu haben.
Daniel ist skeptisch, hält sich zunächst zurück und konzentriert sich auf die Suche nach einem Doktorvater für seine Arbeit, wird aber zunehmend in die groteske Gemeinschaft der Hausbewohner hineingezogen. Dazu holen ihn die beklemmenden Ereignisse mit seiner Affäre aus dem Marokkoaufenthalt und seine Schuldgefühle, die anscheinend mit dem Tod des kleinen Jungen in Zusammenhang stehen, ein. Nach einem Konzertabend in Daniels Wohnung, zu dem er von seinen Nachbarn und allerhand bizarren Gästen überrumpelt wird, spitzen sich die Ereignisse zu. Durch den Spion seiner Wohnungstür beobachtet er die seltsamen Verstrickungen der Bewohner. Ist er einem Verbrechen auf die Schliche gekommen, wird der kleine Nachbarjunge misshandelt oder sieht er Gespenster? Was ist Einbildung, was Realität, was Gegenwart und was Vergangenheit?
Dreher gelingt ein kafkaesk beklemmender Psychothriller, mit der perfekten musikalischen Unterstützung von Lorenz Dangel, kunstvoll inszenierten Sets und einer hervorragenden Besetzung. Insbesondere das subtil paranoide Spiel Kinskis, zwischen der windigen Freiheit in Marokko und der drückenden Enge im Altbau der Oma, fesselt und begeistert. In die düstere Grundstimmung mischt sich skurrile Komik, meist durch Katharina Schüttler, die die Figur der leicht psychotischen Elli charmant überspitzt. Mit einem überraschenden Knall verabschiedet der Film sein Publikum, ohne alle rätselhaften Wirrungen und unkonkreten Rollen aufgeklärt zu haben, dafür mit einem bleibenden Schauer auf der Haut.
www.danielshore.kinowelt.de

Dienstag, 2. Februar 2010

BETTER PLACE // VERY ECOLOGICAL

http://www.stylemag-online.net/2010/02/02/very-ecological/





























































Seit mittlerweile zehn Jahren begleitet der 'Very Styleguide' urbane Archäologinnen auf der Suche nach den sensationellsten Ausgrabungen durch die internationalen Kultur- und Shopping-Ballungsräume New York, London, Paris und Berlin. Das Heftchen, das den Ortsunkundigen niemals outet, weil es so schmal und komprimiert ist, passt problemlos in klitzekleinste Täschchen. Statt der breiten Lonely-Planet-Trampelpfade verrät der 'Styleguide' nicht die billigsten, sondern persönlichsten Tipps ausgesuchter Protagonisten, die den jeweiligen Hot Spot repräsentieren: Designer, Künstlerinnen, Musiker, Schauspielerinnen, Architekten und Autorinnen verraten ihre Lieblings-Restaurants, -Cafes, -Bars, -Shops, -Galerien, und -Plätze. Zu finden sind diese dank liebevoll handgezeichneter Karten.Zum Geburtstag hat sich die Redaktion was Neues ausgedacht: Mit einem Flip-Cover bekommen die ökologischen Adressen ihren eigenen Bereich: organic food und Restaurants, Öko- und Flohmärkte, Yoga Kurse, Vintage Läden und Grünflächen.
www.verystyleguide.com

Montag, 25. Januar 2010

PEOPLE // NIKEATA THOMPSON

http://www.stylemag-online.net/2010/01/25/friend-of-style-nikeata-thompson/


























'Jamaican Heart – British Style – German Education' – so beschreibt Nikeata ihren Style. Andere, wie Peter Fox zum Beispiel, sagen einfach sie ist die Beste, die 'erste Wahl'. Die Choreografin holt alles aus Künstlern und Tänzern raus, denn Tanzen ist ihr Leben. Trotz harter Arbeit spielen Freestyle und Spaß wichtige Rollen, das sieht man den Videos und Bühnenshows an. Außerdem ist sie das netteste und hübscheste Energiebündel Berlins, fanden auch Seeed, und machten sie gleich zur Tour-Mama.
Was machst du? 
Seit 2001 bin ich Choreographin und Tänzerin, z.B. für SeeeD, Peter Fox, Jan Delay, Mia und Brand-Projekte wie z.B. Nike.
Woher kommst du?
Meine Eltern kommen aus Jamaika, ich wurde in England geboren, lebe, seit ich sieben bin, in Deutschland und habe seitdem auch das Gefühl, deutsch zu sein!
Wohin gehst du?
slow and steady up the hill
Wo bist du am liebsten? 
on the dance floor und Zuhause
Woran glaubst du?
Ich glaube an die Liebe und an die Freundschaft, die niemals zerbricht.
Woran glaubst du nicht (mehr)?
Hass und Kriege
Was liebst du (an deiner Arbeit)? 
Familie, Freunde, Freund, Essen, Trinken, Tanzen, Chillen, Lachen, das Leben einfach.
Was hasst du (an deiner Arbeit)? 
Ich hasse nicht!
Was liest /hörst du gerade? 
Hören: Mos Def – Ecstatic, Bob Marley – Natty Dread, Osunlade – Rebrirth, Pill – 4075 The Refill Mixtape, Lesen: 'Die vier Versprechen' von Don Miguel Ruiz, 'Reggae Reggae Cookbook' von Levi Roots und Die gelben Seiten…..old school baby
www.empfehlung.de(ine)? 
icescreamblog.com
www.okayplayer.com
lookylookyposse.blogspot.com
www.emmanuelletricoire.com/blog
nikeata.blogspot.com
sq210.blogspot.com
funkclassicmaster.blogspot.com
www.vintageframescompany.com
Foto>Anelia Janeva

Mittwoch, 20. Januar 2010

MUSIC // GET WELL SOON

http://www.stylemag-online.net/2010/01/20/get-well-soon-vexations/






























Das namentliche Versprechen hinter Konstantin Gropper alias Get Well Soon bleibt auch auf seinem zweiten Album 'Vexations' eine eher unerfüllte Prophezeiung, keine baldige Genesung in Aussicht! Dafür verrät der Albumtitel schon mehr: Qual, Ärger, ein Ausdruck für 'die menschliche Reibung an der Welt' und eine Widmung an den Stoizismus, randvoll mit philosophischem Output. Um aber die Finger von der interpretationsträchtigen Namensgebung zu lassen, zur Musik: Gropper klingt also nicht erkältet aber wunderschön weltschmerzlich und sonor, symphonisch begleitet von opulenten Blasinstrumenten und einem feierlich marschierendem Orchester. Zwischen Melancholie in Reinform, wie in 'That Love' und 'We are the Roman Empire' mischt sich aber auch leichtfüßigerer, fröhlicherer Sound, wie 'Seneca’s Silence' und 'Angry Young Man'. Ähnlich wie Radiohead, Nick Cave oder Rufus Wainwright ist Gropper zwar theatralisch aber niemals pathetisch oder kitschig. 'Vaxation' ist ein dickes Pflaster auf einer Wunde, Katharsis und Trost und dann wird es vielleicht doch bald wieder besser sein…
www.youwillgetwellsoon.com
www.universal-music.de